Was ist ein selbstzerstörender Link?
Definition in einem Satz
Ein selbstzerstörender Link verweist auf einen Inhalt, der nach dem ersten Abruf oder nach Ablauf einer Frist gelöscht wird. Ein zweiter Aufruf zeigt dann keine Nachricht mehr, sondern nur den Hinweis, dass sie bereits gelesen wurde oder nicht mehr existiert. Der Sinn dahinter ist einfach: Ein Passwort oder eine vertrauliche Notiz soll nur einmal ankommen und danach nicht mehr auffindbar sein.
Wie es technisch funktioniert
Ein gut gebautes System arbeitet in mehreren Schritten. Wichtig ist dabei, wo verschlüsselt wird und was der Server überhaupt zu sehen bekommt.
- Verschlüsselung im Browser: Dein Inhalt wird direkt auf deinem Gerät verschlüsselt, bei secret.kuljkin.de mit AES-256-GCM. Das passiert, bevor irgendetwas gesendet wird.
- Schlüssel im Adressfragment: Der Schlüssel wird in den Teil der Adresse geschrieben, der hinter dem
#steht, das sogenannte URL-Fragment. Dieser Teil wird vom Browser technisch nicht an den Server übertragen. Er bleibt lokal. - Nur Ciphertext auf dem Server: Zum Server geht ausschließlich der verschlüsselte Inhalt. Ohne den Schlüssel aus dem Fragment ist er unlesbar.
- Löschung nach dem Lesen: Wird der Link geöffnet, liefert der Server den Ciphertext genau einmal aus und löscht ihn danach. Ebenso, wenn eine gesetzte Frist abläuft, ohne dass jemand den Link öffnet.
Der Empfänger öffnet also den Link, der Browser holt den Ciphertext, nimmt den Schlüssel aus dem Fragment und entschlüsselt den Inhalt lokal. Direkt danach ist die Nachricht auf dem Server weg.
Typische Einsatzzwecke
Selbstzerstörende Links sind überall dort nützlich, wo etwas kurzlebig und vertraulich ist:
- Ein Passwort oder Zugangsdaten an einen Kollegen oder Kunden weitergeben, ohne sie dauerhaft in der Mail zu hinterlassen.
- Einen WLAN-Schlüssel, einen Server-Zugang oder einen API-Schlüssel einmalig übermitteln.
- Eine kurze vertrauliche Notiz senden, die nicht im Chatverlauf archiviert werden soll.
- Eine kleine sensible Datei übergeben, etwa ein Zertifikat oder eine Konfigurationsdatei.
Du willst so einen Link selbst erzeugen? Das Tool verschlüsselt im Browser, ist kostenlos und braucht keine Registrierung. Der erzeugte Link löscht sich nach dem ersten Lesen oder nach Ablauf.
Selbstzerstörenden Link erstellenEhrliche Grenzen
Ein selbstzerstörender Link ist ein gutes Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Ein paar Punkte solltest du kennen:
- Der Übertragungsweg des Links selbst ist nicht automatisch sicher. Wenn du den Link samt Fragment über einen unsicheren Kanal schickst und dort jemand mitliest, kann diese Person den Inhalt einmal öffnen. Ideal ist es, Link und weiteren Kontext über getrennte Wege zu senden.
- Web-Crypto-Vertrauensmodell: Die Verschlüsselung findet im Browser statt, mit Code, der beim Aufruf der Seite geladen wird. Das ist keine klassische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie bei einer fest installierten App. Du vertraust darauf, dass der ausgelieferte Code korrekt ist. Für einmaliges Teilen ist das ein sinnvolles, praxistaugliches Modell.
- Gelesen ist gelesen: Wer den Link zuerst öffnet, sieht den Inhalt. Öffnet ihn versehentlich die falsche Person, ist er für den eigentlichen Empfänger verbraucht. Das ist gewollt, will aber bedacht sein.
Häufige Fragen
Wird der Inhalt wirklich gelöscht?
Ja. Nach dem ersten Abruf oder nach Ablauf der gesetzten Frist wird der verschlüsselte Inhalt auf dem Server entfernt. Ein erneuter Aufruf zeigt nur noch, dass die Nachricht nicht mehr verfügbar ist.
Warum steht der Schlüssel hinter dem #?
Der Teil der Adresse hinter dem #, das URL-Fragment, wird vom Browser technisch nicht an den Server geschickt. So bleibt der Schlüssel lokal, und der Server sieht nur den verschlüsselten Inhalt.
Ist ein selbstzerstörender Link sicher genug für Passwörter?
Für die einmalige Weitergabe eines Passworts ist er deutlich besser als der Klartextversand per Mail. Achte darauf, den Link über einen möglichst vertrauenswürdigen Kanal zu senden und beachte die genannten Grenzen des Web-Crypto-Modells.
Kann ich auch Dateien so verschicken?
Ja. Bei secret.kuljkin.de kannst du neben Text auch Dateien bis 40 MB anhängen. Sie werden ebenfalls im Browser verschlüsselt, bevor sie den Rechner verlassen.